Bärlauch sammeln: 10 Dinge, die du beachten solltest

Einmal im Jahr ist es soweit: Die Bärlauch-Saison ist wieder da! Doch wenn du ein paar Dinge nicht beachtest, kann das schnell nach hinten losgehen.

Das sollest du unbedingt beachten, wenn du Bärlauch sammeln willst.
Quelle: IMAGO / Gottfried Czepluch

Bärlauch ist nicht nur ein aromatisches Wildkraut, sondern auch ein echtes Superfood. Im Frühling sprießt er in Wäldern und Parks – perfekt zum Selbersammeln! Doch Vorsicht: Beim Sammeln gibt es einiges zu beachten. Damit du sicher und umweltbewusst genießen kannst, findest du hier die wichtigsten Tipps zum Bärlauch-Sammeln.

Beginnen wir auf der nächsten Seite ...

Was genau ist Bärlauch eigentlich?
Quelle: IMAGO / Westend61

#1 Was ist Bärlauch eigentlich?

Bärlauch ist eine Wildpflanze aus der Familie der Zwiebelgewächse und verwandt mit Knoblauch, Schnittlauch und Zwiebeln. Die Pflanze hat grüne Blätter, die etwa 20 bis 30 Zentimeter lang werden. Bärlauch wird vor allem in der Küche verwendet, wo er für seinen milden, knoblauchähnlichen Geschmack geschätzt wird. Außerdem ist Bärlauch reich an Vitaminen und Mineralstoffen, weshalb er auch in der Naturheilkunde genutzt wird. Er enthält beispielsweise Vitamin A, Vitamin B1, Vitamin B2, Vitamin C und Folsäure.

Wo wächst er?

Bärlauch wächst an verschiedenen Stellen besonders gut.
Quelle: IMAGO / blickwinkel

#2 Wo wächst Bärlauch?

Bärlauch wächst vor allem in feuchten, schattigen Laubmisch- und Buchenwäldern. Besonders gerne findet man ihn in der Nähe von Flüssen und Bächen, wo der Boden humusreich und nährstoffreich ist. Bärlauch bevorzugt etwas feuchtere Stellen, wie Waldlichtungen oder Waldränder. Er bildet auch oft große Teppiche und ist in der Hauptzeit leicht zu finden, da er sich durch die leuchtend grünen Blätter deutlich abhebt. Man sollte jedoch darauf achten, nicht in geschützten Naturschutzgebieten oder privaten Grundstücken zu sammeln.

Denn das kann teuer werden ...

Wer sich nicht an die Regeln hält, kann mit einem hohen Bußgeld rechnen.
Quelle: IMAGO / Panthermedia

#3 Bärlauch sammeln: Dann wird es teuer

Besonders beliebte Sammelstellen bleiben oft geheim, damit das begehrte Wildkraut nicht schon abgeerntet ist. Manche halten ihren Fundort aber auch geheim, weil sie sich in einem Schutzgebiet befinden, wo das Sammeln verboten oder eingeschränkt ist. Außerhalb dieser Gebiete gilt: Nur kleine Mengen für den Eigenbedarf sind erlaubt – etwa eine Handvoll. „Bärlauch darf in haushaltsüblichen Mengen gesammelt werden“, erklärt Elmar Herget vom Biosphärenreservat Rhön. Wer etwas mehr mitnimmt, hat meist nichts zu befürchten. Doch wer größere Mengen oder gar gewerblich erntet, riskiert Ärger. Ranger können Verstöße melden, auch wenn sie selbst keine Bußgelder verhängen dürfen. Wer ohne Genehmigung große Mengen sammelt, muss mit Strafen zwischen 300 und 800 Euro rechnen.

Er wird oft mit anderen Pflanzen verwechselt ...

Bärlauch lässt sich leicht mit anderen Pflanzen verwechseln.
Quelle: IMAGO / blickwinkel

#4 Mit den Pflanzen wird Bärlauch häufig verwechselt

Beim Sammeln von Bärlauch ist nicht nur die Menge wichtig – sondern vor allem, dass man die richtige Pflanze erwischt. Immer wieder kommt es zu schweren Vergiftungen oder sogar Todesfällen, weil Bärlauch beispielsweise mit Maiglöckchen oder Herbstzeitlosen verwechselt wird. Maiglöckchen können Übelkeit und Erbrechen verursachen, während Herbstzeitlose und Aronstab das Gift Colchicin enthalten – der Verzehr eines einzigen Blattes kann sogar tödlich enden. Besonders gefährlich ist, dass Bärlauch häufig in der Nähe dieser giftigen Pflanzen wächst. Dadurch besteht die Gefahr, die Pflanzen zu verwechseln. Erst 2024 starb ein Ehepaar in Österreich, nachdem es eine Suppe aus vermeintlichem Bärlauch gekocht hatte – vermutlich enthielt sie stattdessen Herbstzeitlose.

Doch wie erkennst du die richtige Pflanze?

Es gibt einen Trick, um Bärlauch zu erkennen.
Quelle: IMAGO / Westend61

#5 Bärlauch oder giftige Pflanze? So erkennst du ihn

Der einfachste Test: Zerreibe ein Blatt zwischen den Fingern. Riecht es intensiv nach Knoblauch, handelt es sich um Bärlauch. Doch Vorsicht – dieser Trick funktioniert nur, wenn die Hände vorher vom Knoblauchduft gereinigt wurden und nach jedem Reiben am Blatt auch gereinigt werden, sonst könnte man auch eine giftige Pflanze für Bärlauch halten. Wer sich unsicher ist, sollte genau hinschauen und im Zweifel wirklich lieber die Finger davon lassen – und sich sofort die Hände waschen.

Man kann ihn auch an seinen äußerlichen Merkmalen erkennen ...

Bärlauch lässt sich auch von äußeren Merkmalen von anderen Pflanzen unterscheiden.
Quelle: IMAGO / Norbert Neetz

#6 Die äußeren Merkmale von Bärlauch

Bärlauch lässt sich auch an mehreren äußeren Merkmalen erkennen: Die Unterseite des Blattes ist mattgrün, der Blattstiel ist dünn und die Pflanze wächst einzeln aus dem Boden. Im Gegensatz dazu wachsen Maiglöckchen paarweise am Stängel, ihre Blätter glänzen auf der Unterseite. Herbstzeitlose hat glänzende Blätter auf beiden Seiten, während der Aronstab eine auffällige, pfeilförmige Blattform mit unregelmäßig verlaufenden Blattnerven besitzt. Obwohl Aronstab, wie Bärlauch, in ähnlichen Gebieten zur gleichen Zeit wächst, unterscheidet er sich deutlich in der Form und Struktur der Blätter.

Viele Sammler*innen haben Angst vor dem Fuchsbandwurm. Was ist dran?

Viele Menschen haben Angst, sich mit dem Fuchsbandwurm zu infizieren.
Quelle: IMAGO / blickwinkel

#7 Wie gefährlich ist der Fuchsbandwurm?

Die Gefahr, sich beim Sammeln von Bärlauch mit dem Fuchsbandwurm zu infizieren und später an einer Echinokokkose zu erkranken, ist laut neueren Untersuchungen tatsächlich äußerst gering. Die Krankheit, die vor allem die Leber schädigt, wird zwar durch den Fuchsbandwurm übertragen, aber die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung beim Bärlauch-Sammeln ist sehr niedrig.

Kommen wir zu weiteren wichtigen Punkten. Wann schmeckt der Bärlauch am besten und welchen solltest du ernten? Erfahre es auf der nächsten Seite.

Junger Bärlauch schmeckt am Besten.
Quelle: IMAGO / CHROMORANGE

#8 Achte auf das Alter

Junger Bärlauch schmeckt am besten, denn größere Blätter werden oft zäh und verlieren an Aroma. Ideal ist eine Länge von etwa zehn Zentimetern. Wer frischen und geschmacksintensiven Bärlauch ernten möchte, sollte dies am besten am Vormittag tun, wenn die Blätter trocken sind und bereits etwas Sonne abbekommen haben. So bleibt das volle Aroma erhalten, und die Blätter welken nicht so schnell. Feuchte Blätter hingegen können schneller verderben.

Es ist wichtig, wie du den Bärlauch abschneidest!

Bärlauch sollte nicht an der Wurzel entfernt werden.
Quelle: IMAGO / blickwinkel

#9 Der Bestand sollte geschützt werden

Reiß bitte nie die ganze Pflanze aus. Schneide stattdessen mit einer Schere nur so viel ab, dass noch mindestens ein Blatt an der Pflanze bleibt. So kann der Bärlauch weiter wachsen und später Blüten und Samen bilden. Wenn man achtsam erntet, sorgt man dafür, dass der Bärlauch auch im nächsten Jahr wieder wächst. So schützt du die Pflanze und sorgst dafür, dass auch andere Menschen den Bärlauch noch ernten können.

Wie lagerst du ihn?

Es gibt verschiedene Wege, Bärlauch zu lagern.
Quelle: IMAGO / blickwinkel

#10 So lagerst du Bärlauch richtig

Bärlauch sollte möglichst schnell verarbeitet werden, da er nur ein bis zwei Tage im Kühlschrank haltbar ist. Um die Frische zu bewahren, wickelt man ihn in feuchtes Küchenpapier und lagert ihn im Gemüsefach des Kühlschranks. Wer Bärlauch länger aufbewahren möchte, kann ihn einfrieren. Am besten in Portionen verpackt in Gefrierbeuteln oder als Bärlauchbutter, die man aus fein gehacktem Bärlauch und weicher Butter anrührt. Eine weitere Möglichkeit ist, Bärlauch in Öl einzulegen – zum Beispiel in Olivenöl, das mit Meersalz gewürzt ist. Die Zubereitung hält sich mehrere Monate.

Pinterest Pin Bärlauch-Sammler werden zur Kasse gebeten. Wer sich nicht an die Regel hält, darf Kohle blechen